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Im Mai startete das theaterpädagogische Projekt mit blinden und sehbehinderten Laiendarstellern und ausgebildeten, sehenden Schauspielern. Die Idee: Das Thema Sehen und Nichtsehen mit den Mitteln des Theaters umzusetzen. Schnell zeigte sich, dass Sehende wie auch Nichtsehende in ihrer Sprache eine Fülle optisch orientierter Wörter benutzen, wie etwa „ich sehe das anders“. Geradezu komisch waren zu Beginn die Momente, wenn die Sehenden den Blinden aus Gewohnheit mit der Hand zeigen wollten, wo sie für eine Übung hingehen sollen. Gerade für viele von Geburt an Blinde ist es erstaunlich, welch große Bedeutung das Äußere, die Körpersprache und Mimik für die Sehenden haben. Im weiteren Verlauf war es wichtig, dass gerade auch die nichtsehenden Teilnehmer Spaß am Theaterspielen und am Erzählen einer Geschichte haben, ohne dass das Thema Blindheit als „Krankheit“ problematisiert wurde. Es ging um die Selbstverständlichkeit des Seins, ganz egal ob blind oder nicht. Über Schauspielübungen kamen wir auf Shakespeares Sommernachtstraum, in dem es um die Verwirrung der Gefühle, um Licht und Dunkelheit und dem Sehen und Erkennen des idealen Lebenspartners geht. Die Lust am Theaterspiel vereint eine Gruppe blinder Laiendarsteller und ein Ensemble sehender Schauspieler. Aus einer Liebesgeschichte zwischen der blinden Franziska, eine Bedienung aus einer Bar für Blinde und einem sehenden Darsteller entspinnt sich ein turbulentes Verwirr- und Eifersuchtsspiel. Eine Theaterprobe, bei der die ungleichen Gruppen aufeinandertreffen, endet im Chaos. Die verwirrte Regisseurin der sehenden Gruppe wird rausgeschmissen. Schließlich kann das totale Desaster aber doch verhindert werden und beide Gruppen finden zusammen. Einfühlsam wird die Handlung von dem Cellisten Nikolaus Herdieckerhoff begleitet. Mit: Katharina Friese, Bernard Geiter, Anna-Karina Handke, Daniela Hoppe, Heiko Kunert, Michael Kaphengst, Berbel Köpke, Christel Marzillier, Elena Sanchez, Janine Zehe, Susanne Kränz und Arash Beigi-Khusani Regie und Text: Jörn Waßmund Mitarbeit: Susanne KränzRegiehospitanz: Gianna PargätziBühnenbild: Claudia Falke, Hans HaferstrohKostüme: Claudia Falke, Ingrid WöhlingMusik: Nikolaus HerdieckerhoffGesangscoaching und Choreographie: Daniella Rothsprach
- BILDERGALERIE
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